Ein Loblied auf die Handschrift, in Form einer neuen digitalen Galerie


Ecriture Infinie_490.jpg Künstler Bili Bidjocka mit einem der Bücher von Écriture Infinie

Zahlenkolonnen, Zeichen, Einkaufslisten, Kalligrafie aus fernen Ländern, Fantasiewörter, Teenager-Tagebücher, Schulhefte, Graffiti, Schriftzüge aus Schokolade auf Geburtstagskuchen, mit Feuer in die Luft gezauberte Wörter, mit Fingern auf einer beschlagenen Scheibe oder einer staubigen Kühlerhaube Geschriebenes. Eine neue Bildergalerie, zu der jeder beitragen kann, feiert die Handschrift in allen ihren Formen. Diese über 3500 Jahre alte Erfindung entwickelt sich heute rasant zu einer neuen, hybriden Formen von Analog und Digital.

Die Galerie ist Teil des reisenden Projekts Écriture Infinie des Künstlers Bili Bidjocka. Eine Serie von Riesenbüchern, in die immer noch geschrieben wird - mit leeren, schweigenden Seiten. Hin und wieder taucht eines davon irgendwo auf der Welt auf, begleitet von einem großen Schreibtisch, einem Satinkissen, einer Lampe und einem Stift. Jeder kann mitmachen, und die Interessierten setzen sich nacheinander hin und schreiben etwas, „als seien es die letzten Worte, die sie jemals mit der Hand schreiben würden". Jeder volle Band wird in ein Leintuch eingeschlagen, versiegelt und an einem geheimen Ort versteckt, wie eine Zeitkapsel. Werden die Menschen, die sie Tausende Jahre später entdecken, ihre Bedeutung entschlüsseln können?
 
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Sieben Bücher reisen bereits um die Welt. Jetzt wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen: Das Achte Buch, dessen neues Design in Zusammenarbeit mit Moleskine entwickelt wurde, ist eine Nachbildung des klassischen schwarzen Notizbuchs, mit festem Einband und Gummiband zum Verschließen. Es misst 90 x 60 cm und wiegt 20 kg.

Das Achte Buch feierte seine Premiere auf der Buchmesse in Mantua vom 7. bis 11. September in der ehemaligen Kirche Santa Maria della Vittoria.
  
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Écriture Infinie wurde erstmals 2006 im Mori Kunstmuseum in Tokio im Rahmen der Ausstellung Africa Remix vorgestellt. Weitere Bände wurden im Moderna Museet in Stockholm sowie 2007 auf der Biennale von Venedig in der Installation „Check List Luanda Pop" gezeigt. Die Ausstellung auf der Biennale wurde von Simon Njami kuratiert und in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation lettera27 realisiert.

Besuchen Sie Écriture Infinie.

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