Das Epistodiario von Amélie Nothomb, beim 2011 Festival delle Lettere


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„Ich habe mich gefragt, was würde ich schreiben, wenn ich völlig frei wäre? Und so habe ich, auf die einfachste Weise, über meine Schwester geschrieben. Meine Schwester Juliette, meine einzige Schwester, der wichtigste Mensch für mich auf der ganzen Welt seit dem Tag meiner Geburt."

So spricht die Schriftstellerin Amélie Nothomb über die Seiten in ihrem Epistodiario, dem Moleskine-Notizbuch, in dem jedes Jahr die Empfindungen eines ausgewählten Künstlers für das Festival delle Lettere festgehalten werden. Das intime Schriftstück bewegt sich im Ton zwischen einem Tagebuch und einem handgeschriebenen Brief. Wenn es fertig ist, bestimmt der Künstler selbst, wohin das Epistodiario geht: Es kann einer gemeinnützigen Organisation gespendet oder Teil des gemeinsamen kulturellen Erbes werden. In diesem Jahr geht es an die humanitäre Organisation Médicins du Monde.

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Seit 2004 hat das Festival delle Lettere Tausende von handschriftlichen Briefen gesammelt, jedes Jahr zu einem anderen Schwerpunktthema. Das Thema für 2011 lautet „Rücktrittsschreiben". Weitere Informationen zum Festival gibt es hier

Als Schirmherrin der siebten Ausgabe schloss Amélie Nothomb die Ausstellung für die Wohltätigkeitsversteigerung, die ihr Epistodiario begleitet hat. Ein Notizbuch, bei dem nur eine Seite jedes Blattes beschrieben wurde, etwas Neues für die Schriftstellerin.  

Amélie Nothomb schreibt ausschließlich mit der Hand und hat Freude am Briefaustausch, seit sie sechs Jahre alt ist. Jeden Tag schreibt und erhält sie Briefe. Letztere sortiert sie, öffnet sie mit einer Schere und liest sie. Einen nach dem anderen. Papier und Stift sind ein Teil von ihr.


2011 Festival delle Lettere
Teatro dal Verme
3.-9. Oktober
Mailand


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